Aus Leipzig, Berlin, Templin, Eberswalde, Prenzlau, Schwedt …
reisten die Fans an Eine solche Schwüle wie in diesem Jahr hat wohl noch nie über dem Bärbel Wachholz-Schlagerfest gelegen. Der 35,8 °C-Hitzerekord vom 6. Bärbel Wachholz-Schlagerfest am 4. Juli 2015 wurde jedoch nicht gebrochen. 2026 verhießen graue Wolken am Himmel allerdings wenig Gutes. Am Ende des etwas verkürzten Konzerts gingen die ersten Tropfen nieder und während der anschließenden Autogrammstunde setzte ein sanfter Landregen ein. Die Fans von Andrea und Wilfried Peetz, Klaus Beyer und Dorit Gäbler und der Bärbel Wachholz-Hits ließen sich vom ungünstigen Wetter nicht abhalten und kamen am Sonnabend, dem 20. Juni, zum 13. Bärbel Wachholz-Schlagerfest. Die Zuschauer kamen wieder in großer Zahl, auch wenn es kein Wetter für Rekordbesuche war.
Zum Auftakt erklang Bärbel Wachholz im Original – „Damals“ in einer Version vom 27.09.1967. Als Motto des Tages folgte das schmissige „Mach Musik mit mir“, ein Hit von Bärbel Wachholz und ihrem Ehemann Armin Kämpf aus dem Jahr 1963. Nun frisch aufpoliert und gesungen von Andrea und Wilfried Peetz, womit sie die Zuschauer sofort auf Betriebstemperatur brachten. Andrea Peetz stellte ihre außerordentlichen stimmlichen Fähigkeiten mit dem Titel „Mama“ unter Beweis – sie sang ihn in der Version von Bärbel Wachholz aus dem Jahr 1965. Sie hatte damals das Lied ihrer verstorbenen Stiefmutter gewidmet. „Kleiner Mann“ sang Bärbel 1973 für ihren Sohn Stephan. Es war das Siegerlied des Finnen Jukka Kuoppamäki beim Rostocker Schlagerfestival der Ostseeländer 1971. Nun erklang es beim Schlagerfest in einer Version mit Christine Wachholz, eingesungen 2019 im Studio von Wilfried Peetz. Moderator Michael-Peter Jachmann gedachte damit der Halbschwester Christine Wachholz, die kurz vor Weihnachten 2025 verstarb und selbst mehrfach beim Schlagerfest aufgetreten war.
13 Jahre lag der erste Auftritt von Klaus Beyer zurück. So war er besonders aufgeregt: „Ich freue mich, dass ich bei diesen Erinnerungen an Bärbel Wachholz dabei bin und hoffe, dass ich ihren Liedern gerecht werde.“ Mit dem Sommerhit „Sole, Sole“ von 1964, „Das wünsch ich mir“ und „Ich hab‘ Musik im Blut“ sang er sich sofort in die Herzen der Zuschauer, denen seine frische Art und seine gute Stimmung gefiel. „Ohne Lieder von Bärbel wollte ich nicht auftreten, auch wenn die Herausforderung wirklich sehr groß war.“
Auf Hans-Jürgen Beyer wartete das Publikum vergeblich, der Moderator erklärte: „Er hatte in dieser Woche eine Augen-OP, die normalerweise kein Problem darstellt. Doch es traten sehr seltene Komplikationen ein, die seinen Auftritt heute leider unmöglich machen. Er grüßt Angermünde sehr herzlich und hofft, dass er seinen Besuch 2027 nachholen kann. Glücklicherweise hat die Interpretin, die wir nun erleben, Zeit und sagte sofort zu, obwohl ihr nur zwei Tage für die Vorbereitung blieben – Schauspielerin und Chansonsängerin Dorit Gäbler!“ Mit dem Ohrwurm „Ich steige dir aufs Dach“ hielt sie nicht nur die Stimmung der Zuschauer oben, einige fühlten sich inspiriert zu tanzen. Roy Voigt aus Berlin – aus Französisch Buchholz, wo Bärbel Wachholz von 1962 bis zu ihrem Tod 1984 lebte – und seine Freundin legten einen flotten Rock’n’Roll aufs Pflaster aufs Pflaster. Wilfried Peetz begleitete mit seiner Band in den 1970er und 1980er Jahren Bärbel Wachholz bei einigen Auftritten musikalisch. 2014 und 2018/19 hat er die Musikproduktion der beiden Schlagerfestalben übernommen. Anfang der 1970er Jahre hatte er als Sänger und Gitarrist der damals angesagtesten Band der DDR, der Theo-Schumann-Combo, seine erfolgreichste Zeit. In einem Medley erinnerte der gebürtige Dresdner an die Schumann-Zeit mit den großen Hits „Guten Abend, Carolina“, „Wer war gestern bei dir“ und „Verzeih“. Zum Ende der Bärbel Wachholz-Konzertstunde erklang die Schlagerlegende ein zweites Mal selbst – mit „Damals“ in der Originalaufnahme von 1960. Die Künstler erhielten als Dankeschön eine Vase mit Angermünde-Motiven. Klaus Beyer freute sich: „Angermünde ist eine schöne Stadt. Ich komme sehr gern wieder!“
Wie in den vergangenen Jahren gilt erneut den Städtischen Werken Angermünde ein großes Dankeschön – die Stromversorgung Angermünde GmbH und die Gasversorgung Angermünde GmbH haben das Schlagerfest durch die finanzielle Unterstützung ermöglicht. Übrigens: Erste Signale seitens der Stadt sprechen dafür, dass das Bärbel Wachholz-Schlagerfest auch 2027 Teil des Stadtfestes sein wird. Was sich u.a. Rainer Stark aus Leipzig wünscht.



